Freitag, 6. Oktober 2017

Dawnwatcher - Seasons (EP)

Band: Dawnwatcher
EP: Seasons
Genre: Metalcore / Post-Hardcore
Release: 6. Oktober 2017
Herkunft: Saarbrücken, Deutschland
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1. Blossom
2. Inferno
3. Decay (feat. Sören Frechen I Am Noah)
4. Evercold

Nachdem bereits die erste Single Circles (feat. Desirée Fery) bei mir wie eine Bombe eingeschlagen und mich tief beeindruckt hat, war ich vor wenigen Wochen sehr erfreut, als endlich die erste EP angekündigt wurde. Heute morgen habe ich dann die geradezu monströsen 3,96€ (!!!) direkt investiert und könnte darüber kaum glücklicher sein. Seasons ist sowohl musikalisch als auch lyrisch vollgepackt mit Emotionen - darunter Sehnsucht, Hingabe, Wut und Schmerz.

Blossom beginnt wunderbar melodisch und ruhig, gibt den Instrumenten viel Freiraum, zur Geltung zu kommen, bevor Andrés (absolut fantastisches) Geschrei einsetzt. Selbst unter Begleitung dessen bleibt der Song sehr melodiefixiert und ruhig - bis er dann in der Mitte in einem erschreckend wütenden Break aufplatzt. Es schließen sich Cleangesang und erneut hypnotisierend melodische Parts an. Die Leadgitarre ist geradezu betörend.

Nach dem ruhigen Ausklang beginnt Inferno und geht gleich von Beginn an ordentlich rein, geizt jedoch dabei ebenfalls nicht mit bestechender Melodik. Hier wird jedoch allgemein wesentlich aggressiver und fordernder gerifft - bis zum Refrain. Dieser nimmt das Tempo wieder ordentlich raus und trägt mich mit seiner zauberhaften Leadgitarre schon beinahe wieder davon. Da ist es auch gar nicht schlimm, dass dieser sich einige Sekunden darauf bereits wiederholt.

In Decay geht es in Sachen Tempo zum ersten Mal richtig ab. Durch Double-Bass-Action und insgesamt exzellentes Drumming wird das breakdownlastige Riffing kräftig untermalt, besonders fixen mich hier allerdings die Lyrics an. Die Vocals von André und Sören passen hervorragend zusammen und heben diesen Song deutlich hervor. Auch durch den gesprochenen Part wird hier eine spannende Kurve erzeugt, aus welcher der Song erneut Tempo aufnimmt und geradezu erblüht.

Mein klares Highlight ist jedoch Evercold. Spätestens hier überzeugen Dawnwatcher neben enormem Gespür in Sachen Gleichgewicht zwischen melodischer Gestaltung und authentischer Aggressivität auch mit einem wundervollen Outro, von dem ich mir persönlich bei jedem Durchlauf wünsche, es möge doch einfach weitergehen und nicht enden.

Verpackt ist die EP in einem Gewand aus hervorragender Produktion, die alle Instrumente angemessen zur Geltung kommen lässt - der Bass, die Drums, die Gitarren, die Samples und Electroparts - alles hat seinen Platz und ist deutlich auszumachen, nichts kommt zu kurz. So lob ich mir das. Ich hoffe inständig, dass wir noch mehr von den sympathischen Jungs hören werden. An dieser Stelle möchte ich ihr Cover von Linkin Parks Somewhere I Belong erwähnen. Das Ding kostet auf Amazon 99 Cent und ist meiner Meinung nach extrem gelungen. Das Sahnehäubchen darauf ist - 100% der Einnahmen des Covers gehen an die International Association for Suicide Prevention (IASP). Wenn es euch gefällt - tut euch selbst, der Band, der IASP und somit zahlreichen depressiven Menschen in Deutschland diesen symbolischen Gefallen - wer weiß, wessen Leben ihr damit eventuell rettet.
Ich geh jetzt wieder zum Outro von Evercold und versuche weiterhin, die Tränen zurückzuhalten. Cheers.

Seasons: 10/10.

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