Band: Eskimo Callboy
Album: The Scene
Genre: 5$ Bitchcore
Release: 25. August 2017
Herkunft: Castrop-Rauxel, Deutschland
1. Back in the Bizz
2. MC Thunder
3. The Devil Within
4. Banshee
5. The Scene (feat. Fronz Attila)
6. VIP
7. Shallows
8. Nightlife (feat. Little Big)
9. X
10. New Age
11. Frances
12. Rooftop
13. Calling
14. The Devil Within Acoustic (feat. Tobias Rauscher)
Zwei Jahre ist es nun her, dass die Castrop-Rauxeler Callboys uns mit Crystals beehrt haben. Und obwohl es sich dabei um ein gutes Album handelte, fühlte es sich für mich nach ein paar Durchläufen einfach ein wenig so an... als sei die Luft raus. Zumindest über weite Strecken. Heraus stach Best Day mit Sido, weil ich hier noch das Gefühl hatte, dass die Band macht, was sie möchte, nicht, was von ihr erwartet wird. Und es scheint mir so zu sein, dass sie mit The Scene auf letzteres einfach mal komplett geschissen hat.
The Scene ist Abwechslung, The Scene ist Unterhaltung. Es ist erfrischend, facettenreich und im Vergleich zu Crystals ein riesiger Sprung nach oben - meiner Meinung nach ist es bisher sogar das beste Album der Band, aber dazu gleich mehr.
Back in the Bizz beginnt mit einem heftigen Hip-Hop-Beat und gibt gleich darauf Vollgas. Hervorheben muss ich an dieser Stelle direkt mal die Electro-Parts, die in fast jeden Song eine einzigartige Facette einbringen. Die klingen hier, bei BitB, mal nach Progressive House, späterhin mal mehr nach Dubstep (nicht zu sehr, Gott sei's gedankt), es gibt einen Rave-Part (!), dann sind sie wieder absolut unaufdringliche Unterstützung und in MC Thunder einfach eine dicke, fette Schicht Kleister, die den Song quasi einschmiert und zusammenhält. Props auch an die Vocals, die in einer nie da gewesenen Facettenreichheit glänzen. Mal klingt Sebastian tatsächlich wie ein Gangster (Rooftop), mal wie ein Hardrock-Sänger (VIP), die Clean Vocals überzeugen sowohl mit Autotune als auch ohne (beide Versionen von The Devil Within). Auch die Shouts beider Herren wissen zu überzeugen, jedoch muss man hier ganz deutlich die Cleans in den Vordergrund stellen, hands down. Eine sagenhafte Entwicklung wurde hier durchgemacht (als Vergleich dient Never Let You Know Acoustic von We Are The Mess.
MC Thunder ist ein fabelhafter Song, den man mit heruntergelassener Fensterscheibe auf der Autobahn ballern kann, um den Sommer zu zelebrieren. Angenehm finde ich die Lyrics: hier heißt es zwar "I wanna ride this impressive lady every night and day", jedoch geht es um einen Cadillac. Nicht schon wieder um die x-te Party-Ische. Das ist der Aspekt, der das Album für mich zu einem Hochgenuss macht und über die bisherigen Werke hebt: die Lyrics beschäftigen sich nicht mehr 24/7 mit ficken, feiern und saufen. Ich mochte es von Anfang an nicht und das wird bei mir auch nix mehr. Zudem stimmt, wie immer, einfach die musikalische Inszenierung.
The Devil Within ist mein klarer Favorit der Platte, mit einer Menge Struktur, großartigen Keys und einem fantastisch überzeugenden Sebastian Biesler gibt es da auch wenig Raum für Diskussionen. Auch Banshee geht mehr in die ruhigere Richtung und steht somit im dicken Kontrast zum Titeltrack The Scene. Mit Fronz wird ordentlich Gas gegeben, und auch dies steht den Herren noch und wirkt durch interessante instrumentale Gestaltung frisch und interessant. Klanghölzer-esque Klänge habe ich bisher in keinem Core-Song gehört. Das sich anschließende VIP ist ebenfalls einer meiner Favoriten und ich bin gespannt, wie dieser Song live präsentiert wird. Ein weiterer Schlag ins Gesicht der ewig gestrigen, die ein Bury Me In Vegas 4 fordern. Ich danke Eskimo Callboy für die Experimentierfreudigkeit, die sie hier an den Tag legen.
Shallows ist ein mit-Vollgas-auf-die-Fresse-Track, der sich keinesfalls zu verstecken braucht. Zusammen mit Nightlife wird hier das Tempo nochmal ordentlich angezogen, bevor man mit X und New Age wieder aufs Gaspedal drückt. Der Anschlusstrack Frances überrascht mit interessanten Drums zu Beginn und gegen Ende durch wundervolle, weibliche Cleans, die mich an Cozy Zuehlsdorff erinnern und kratzt schon hart an Radiotauglichkeit - doch das ist okay und verdient! Es wäre sogar mehr als verdient. Wie an vielen Stellen auf der Platte nehmen sich die Jungs hier zurück und zeigen sich von einer ruhigeren, gefühlvolleren Seite.
Rooftop ist, für mich, der einzige Song, der nicht wirklich einen bleibenden Eindruck hinterlässt, wenn man von dem harten Hip-Hop-Einstieg absieht. Dafür ist das abschließende Calling grandios und dürfte das beste Lied der Band seit Broadway's Gonna Kill Us sein. Die akustische Version von The Devil Within setzt dem ganzen Teil noch ein riesengroßes Sahnehäubchen auf und geht mir kaum aus dem Kopf. Fantastische Arbeit von Tobias Rauscher und Sushii.
The Scene nur als gut zu bezeichnen, wäre untertrieben. Großartig trifft es da schon eher. Die Band bleibt sich im Großen und Ganzen treu, verlagert ihren Sound aber wie bereits angesprochen in eine ruhigere, ja schon nachdenklichere Richtung. Herausragend oder gar innovativ sind die Parts von Gitarren, Drums und Bass hier nicht zu nennen, doch sind sie stimmig. Und in dem Genre, in dem sich Eskimo Callboy bewegen - nennen wir es mal Electronic Post-Hardcore (auch wenn es mich dabei gruselt) - ist das mehr als genug. Dafür liegen die Highlights - siehe oben - bei den Electro-Parts und Vocals.
Anspieltipps: (beide) The Devil Within, Banshee, VIP, Shallows, Frances, Calling
Rating: 9/10!
The Scene nur als gut zu bezeichnen, wäre untertrieben. Großartig trifft es da schon eher. Die Band bleibt sich im Großen und Ganzen treu, verlagert ihren Sound aber wie bereits angesprochen in eine ruhigere, ja schon nachdenklichere Richtung. Herausragend oder gar innovativ sind die Parts von Gitarren, Drums und Bass hier nicht zu nennen, doch sind sie stimmig. Und in dem Genre, in dem sich Eskimo Callboy bewegen - nennen wir es mal Electronic Post-Hardcore (auch wenn es mich dabei gruselt) - ist das mehr als genug. Dafür liegen die Highlights - siehe oben - bei den Electro-Parts und Vocals.
Anspieltipps: (beide) The Devil Within, Banshee, VIP, Shallows, Frances, Calling
Rating: 9/10!

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