Freitag, 18. August 2017

Enterprise Earth - Embodiment


Band: Enterprise Earth
Album: Embodiment
Genre: Deathcore
Release: 14. April 2017
Herkunft: Spokane, Washington, USA
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Zugegeben, ja! Ich gebe es direkt zu! Okay! Danke für die Erinnerung!
Es handelt sich hierbei nicht um die aktuellste Scheibe und ja, es kam auch schon wieder ne Weile nichts - aber das hatte Gründe. Dieser Blog ist ein Ein-Mann-Projekt, somit steht und fällt alles mit Motivation und Gesundheit aller Arten. Macht aber nix, denn in den nächsten Wochen möchte ich euch (neben z.B. neuen Thy Art Is Murder und Eskimo Callboy Werken) noch einige Alben vorstellen, die ihr dieses Jahr vielleicht verpasst haben könntet. Heute geht es los mit Enterprise Earth!

Enterprise Earth - ich muss zugeben, dass ich den Namen zunächst, nun ja, nennen wir es höflich "befremdlich" fand. Als ich dann allerdings zum ersten Mal Shallow Breath gehört hatte, war das ganz schnell vergessen und Patient Ø schneller angeschafft, als normale Menschen bis 3 zählen können. Dementsprechend hoch war dann auch meine Freude auf Album Nummer 2, welches Anfang des Jahres mit Mortem Incarnatum angeteasert wurde. Und meine Fresse, war das ein Bombenteaser! Von der ersten Sekunde an hämmert einen der Track mit unbändiger Kraft gegen die Wand und Dan Watson, der wohl kleinste Deathcore-Vocalist der Welt, lässt seinen Wahnsinn auf den Hörer los. Fantastisch, was hier geboten wird - dicke Breakdowns, mal langsam, mal schnell; widerliche Lyrics; Drumming allererster Sahne und eine geradezu adipöse Produktion. Gerne drücken die Instrumentalisten auch mal enorm aufs Gas und sorgen für enorm heftige Prügelpassagen, die einem nicht so schnell aus dem Kopf gehen. Temptress hieß der zweite Teaser, und der machte in etwa dort weiter, wo Mortem Incarnatum aufgehört hatte. Ein langsames, beinahe schon unangenehm düsteres Intro mündet erneut in Double-Bass-Gewitter und unheiligem Gitarrengedudel, gefolgt von - Breakdowns und Sweepings. Das tut gut, das macht Spaß.

Doch halt! Shroud of Flesh dürfen wir nicht vergessen, immerhin eröffnet dieser Track die Platte ohne großartige Verzögerungen. Dieser steht den bereits genannten Tracks um nichts nach, jedoch findet sich zwischen diesen insgesamt nur wenig Abwechslung. Und hier muss man leider auch anmerken, dass das über einen Großteil der Platte so bleibt - die Abweichungen sind vorhanden, jedoch sind sie sehr fein. So kann beim ersten Durchhören eventuell der Effekt entstehen, dass sich vieles gleich anhört. Jedoch entdeckt man nach einigen Durchläufen durchaus Unterschiede, mit welchen sich die Songs einwandfrei voneinander abgrenzen lassen. Feine Sweeps hier, eine beinahe tragische Melodie da, klare Djenteinflüsse oder ein kurzes Sample wiederum an anderer Stelle - ganz ehrlich, diese Platte ist fantastisch - und ekelhaft brutal.

2017 ist ein gutes Jahr für das mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsene Genre Deathcore - wesentlich stärker als 2016. Während sich in den vergangenen Jahren immer mehr Vertreter des Deathcore durch absolute Repetition selbst in die Irrelevanz gedrängt oder gar ganz beerdigt haben, beerdigen Enterprise Earth mit Embodiment zuvorkommenderweise einen Großteil des Genres, der noch immer im Einheitsbrei versinkt. Großartige Gitarrenarbeit findet sich in Black Earth, Empty Sockets und Father of Abortion. Dan Watson, der seine alte Gruppe Infant Annihilator nach The Palpable Leprosy of Pollution leider aus persönlichen Gründen verlassen hat, hätte damals gar keine bessere Entscheidung treffen können - ansonsten hätten wir alle Enterprise Earth wahrscheinlich nie kennen gelernt. Unerwähnt lassen möchte ich auch keinesfalls Deathwind, den Abschlusstrack dieses Meisterwerks. Mit knapp über fünf Minuten liegt hier der längste Track des Albums vor, der jedoch auch nach seinem kurzen Intro quasi ein Dauerfeuer aus grandiosen Vocal-Skills und massiver, instrumentaler Wucht entfesselt. In einem letzten Anflug von zerstörerischer Wut bricht hier während eines brillanten Gitarrensolos gefühlt die Erdkruste auf.
Enterprise Earths einziges "Problem" ist, dass ihnen ihre Musik offenbar genau so sehr gut gefällt - was die bereits erwähnte, leichte Gleichförmigkeit zur Folge hat. Gibt man dem Album jedoch eine Chance, sich zu entfalten, tun sich die zahlreichen Facetten der Songs auf und man erkennt die massiven Unterschiede. Wie schon gesagt - 2017 ist ein großartiges Jahr für den Deathcore. Jedoch existieren noch zig Bands, die noch wie vor 10 Jahren klingen und im Einheitsklumpatsch versinken - und solange dies noch der Fall ist, kann es von Liedern der Güteklasse, wie Enterprise Earth sie hier 13 (!) Mal abgeliefert hat, nicht genug geben. Einzig und allein die Produktion könnte in meinen Ohren ein wenig unsauberer, dreckiger und gemeiner klingen
Anspieltipps: Mortem Incarnatum, The Draconian Oculus, Black Earth, Empty Sockets, Father of Abortion, Deathwind.
Rating: 9/10!

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