Band: Shadow of Intent
Album: Reclaimer
Genre: Symphonic Deathcore
Release: 28. April 2017
Herkunft: Connecticut, USA
bandcamp
bandcamp
1. We Descend...
2. The Return
3. The Horror Within
4. The Catacombs (feat. Jason Evans Ingested & Dickie Allen Infant Annihilator)
5. The Mad Tyrant's Betrayal
6. The Gathering of All (feat. Aleksandr Shikolai Slaughter to Prevail)
7. The Heretic Prevails
8. The Prophet's Beckoning (feat. Tom Barber Lorna Shore)
9. The Forsaken Effigy
10. The Great Schism
11. The Mausoleum of Liars
12. The Tartarus Impalement
Diese Review wollte ich schon eine ganze Zeit lang schreiben - aber ich konnte mich nie überwinden, damit anzufangen. Motivation eben. Aber nun ist es soweit!
We Descend beginnt als ein ruhiges, orchestrales Stück, zu dem sich Instrument für Instrument hinzugesellt. Hierbei muss man schon die Epik dieses Intros betonen, das sämtliche Genrekollegen um Längen schlägt. Denn bereits hier werden alle Segel in Richtung Symphonic Deathcore gesetzt und alle Anker gelichtet. Nach etwas weniger als anderthalb Minuten steigt auch Brüllwürfel Ben Duerr ins Geschehen ein und schreit sich zunehmend die Überreste seiner Seele raus.
The Return setzt erneut mit einem kurzen, orchestralen Beitrag ein, bis es rasend schnell in Richtung auf die Fresse umschlägt. Duerr bewegt sich hier irgendwo zwischen Double- und Tripletimescreams und jagt mir jedes Mal wieder eine Gänsehaut über den Rücken. Die Instrumente begleiten ihn dabei in einem angemessenen, dazu passenden Tempo. Plötzlich, Melodie! 'n Shitload of melody, und - sowas wie... fast schon Gesang? Geshouteter, jedoch melodischer Gesang. Im Anschluss an den Refrain wieder Gutturals der übelsten Sorte und man muss sich kurz vergewissern, dass diese Band tatsächlich nur einen Vocalist hat - der nebenbei bemerkt erst 22 (!) Jahre alt ist. Ich sage dem Herrn an dieser Stelle eine enorme Zukunft voraus. Das Lied ist ein Wunderwerk - Doublebass, Karazhan-Parts, Soli und treibende Rhythmen, und das alles unterstützt von Duerrs übermenschlich guten Vocals. In den 4:45 Minuten des Liedes passiert quasi einfach ZU VIEL, um es hier in Worte zu fassen. Deathcore-Neulinge könnten hier tatsächlich etwas überfordert sein (oder andernfalls von 3/4 aller anderen Deathcore-Veröffentlichungen enttäuscht sein, da Shadow of Intent die Messlatte hier unglaublich hoch legen). The Horror Within bringt die bereits bekannten Elemente direkt in voller Form zurück - Drumgeballer, Synthesizer, einen wütenden Ben Duerr - und plötzlich einen unerwartet heftigen Breakdown. Ei. Legenden berichten, dass ich beim ersten Hören dieses Breakdowns vollkommen ohne triftigen Grund einem Fremden das Erstgeborene geraubt und vor einen Zug geworfen habe, noch bevor dieses überhaupt gezeugt war.
Einfach, um auf den Breakdown klar zu kommen.
Der Song hat zwar etwas weniger Struktur als der vorherige, funktioniert aber dennoch über sechs Minuten lang außergewöhnlich gut. Und nach all dem unendlich schnellen Geballer schließt sich wieder ein "gesungener" Part an, der das Tempo ordentlich raus nimmt - was selbstverständlich nicht so bleibt. Trotzdem passt dieser "Stop" sehr gut, ist keinesfalls unwillkommen oder erzwungen. Das Lied funktioniert, wirkt wie aus einem Guss und trägt - gerade am Ende - soundtechnisch eine riesengroße Menge Tragik in sich.
Im sich anschließenden The Catacombs brillieren neben Ben Duerr auch die beiden hochkarätigen Feature-Gäste. Von der Synergie und Harmonie, die dadurch erzeugt wird, überzeugt man sich am besten selbst.
The Mad Tyrant's Betrayal strotzt wieder vor Tragik - bis zum Refrain wird hier Vollgas gegeben und auf 170 beschleunigt, bis man mit einem einzigen gigantisch bösen Bassdrop eine Vollbremsung hinlegt und den - ich muss es erneut betonen - vor Tragik geradezu triefenden Refrain hinballert. Wer hier noch nicht völlig hin und weg ist, dem kann man nicht helfen. Oder doch? Wer von dem Refrain und dem sich anschließenden Spoken-Part, dem Orchester oder dem Gitarrensolo nicht überzeugt ist, der mag es vielleicht etwas hasserfüllter? Steht mehr auf Blastbeats?
The Gathering of All könnte da weiterhelfen! Spätestens beim Gastbeitrag der russischen Tötungsmaschine Aleksandr Shikolai beginnt nämlich sogar die Mauer in meinem Kopf, zu bröckeln. Und das ist ein Ereignis von Bedeutung, versteckt sie doch meine schlimmsten Gedanken vor mir. Mittlerweile versteckt sich dort wahrscheinlich auch die Akte "Shadow of Intent machen kein 3. Album", denn das möchte ich nicht erleben.
The Heretic Prevails ist wieder sehr technisch und melodisch, glänzt mit einer großen Portion "Drive" während der Strophen und einer Spannung erzeugenden Songstruktur - großartig umgesetzt. Und diese lässigen Bassdrops, genial. Im Anschluss folgt das - meiner Meinung nach - absolute Glanzstück der Platte. The Prophet's Beckoning bringt einen Refrain mit sich, wie ich ihn im Deathcore überhaupt noch nie und selbst im Metalcore seit Jahren nicht mehr gehört habe. Emotional, man möchte fast von ergreifend sprechen, wird hier (wie in jedem Song übrigens) ein auf der Halo-Spielereihe basierendes Kapitel Geschichte erzählt. Und man möchte mitbrüllen. Man möchte in der ersten Reihe vor Ben Duerr stehen und ihm "MY BROTHERS HAVE FORSAKEN ME" ins Gesicht schreien. Allein bei den ersten Tönen der Gitarre erfüllt mich eine Sehnsucht, wie ich sie sonst nur bei Journeys Don't Stop Believing verspüre. Grandios unterstützt von Synthesizer und Slam-Gitarrenparts sprudeln die Strophen aus den Boxen. Man will nicht mehr aufhören.
The Forsaken Effigy verblasst zuerst, leider, und das ist ungerecht - als Folgetrack von The Prophet's Beckoning musste es diese Rolle leider übernehmen. Nach dem dritten Durchgang konnte ich allerdings eine Zeit lang nicht aufhören, auch diesen Song ununterbrochen auf Repeat zu hören. Lasst euch also nicht täuschen, nehmt euch die Zeit für die Effigy - ihr werdet es nicht bereuen, versprochen! The Great Schism ist ein technisch einwandfreies Instrumental, das jeden Gitarrenliebhaber erfreuen wird. Hat man nichts an Instrumentals (warum auch immer), skippt man einfach und gut ist. The Mausoleum of Liars versprüht wieder eine spannende Epik und wartet erneut mit Blastbeats, Spoken-Words und Doubletimegrowls auf. Das macht Spaß und ebnet den Weg würdig für The Tartarus Impalement. Meiner Meinung nach das zweite große Highlight auf dieser Platte voller Meisterwerke - und deshalb sag ich dazu nichts. Nehmt euch die 8 Minuten Zeit, macht es euch bequem - und genießt dieses Meisterwerk.
Ich halte es für unwahrscheinlichst, dass ich diese Aussage werde korrigieren müssen: das Deathcore-Album des Jahres. Und auch das Deathcore-Album des letzten (und wahrscheinlich auch des kommenden) Jahres. Anspieltipps: 1-12
Rating: a solid 5/7 (for the meme), 10/10.
We Descend beginnt als ein ruhiges, orchestrales Stück, zu dem sich Instrument für Instrument hinzugesellt. Hierbei muss man schon die Epik dieses Intros betonen, das sämtliche Genrekollegen um Längen schlägt. Denn bereits hier werden alle Segel in Richtung Symphonic Deathcore gesetzt und alle Anker gelichtet. Nach etwas weniger als anderthalb Minuten steigt auch Brüllwürfel Ben Duerr ins Geschehen ein und schreit sich zunehmend die Überreste seiner Seele raus.
The Return setzt erneut mit einem kurzen, orchestralen Beitrag ein, bis es rasend schnell in Richtung auf die Fresse umschlägt. Duerr bewegt sich hier irgendwo zwischen Double- und Tripletimescreams und jagt mir jedes Mal wieder eine Gänsehaut über den Rücken. Die Instrumente begleiten ihn dabei in einem angemessenen, dazu passenden Tempo. Plötzlich, Melodie! 'n Shitload of melody, und - sowas wie... fast schon Gesang? Geshouteter, jedoch melodischer Gesang. Im Anschluss an den Refrain wieder Gutturals der übelsten Sorte und man muss sich kurz vergewissern, dass diese Band tatsächlich nur einen Vocalist hat - der nebenbei bemerkt erst 22 (!) Jahre alt ist. Ich sage dem Herrn an dieser Stelle eine enorme Zukunft voraus. Das Lied ist ein Wunderwerk - Doublebass, Karazhan-Parts, Soli und treibende Rhythmen, und das alles unterstützt von Duerrs übermenschlich guten Vocals. In den 4:45 Minuten des Liedes passiert quasi einfach ZU VIEL, um es hier in Worte zu fassen. Deathcore-Neulinge könnten hier tatsächlich etwas überfordert sein (oder andernfalls von 3/4 aller anderen Deathcore-Veröffentlichungen enttäuscht sein, da Shadow of Intent die Messlatte hier unglaublich hoch legen). The Horror Within bringt die bereits bekannten Elemente direkt in voller Form zurück - Drumgeballer, Synthesizer, einen wütenden Ben Duerr - und plötzlich einen unerwartet heftigen Breakdown. Ei. Legenden berichten, dass ich beim ersten Hören dieses Breakdowns vollkommen ohne triftigen Grund einem Fremden das Erstgeborene geraubt und vor einen Zug geworfen habe, noch bevor dieses überhaupt gezeugt war.
Einfach, um auf den Breakdown klar zu kommen.
Der Song hat zwar etwas weniger Struktur als der vorherige, funktioniert aber dennoch über sechs Minuten lang außergewöhnlich gut. Und nach all dem unendlich schnellen Geballer schließt sich wieder ein "gesungener" Part an, der das Tempo ordentlich raus nimmt - was selbstverständlich nicht so bleibt. Trotzdem passt dieser "Stop" sehr gut, ist keinesfalls unwillkommen oder erzwungen. Das Lied funktioniert, wirkt wie aus einem Guss und trägt - gerade am Ende - soundtechnisch eine riesengroße Menge Tragik in sich.
Im sich anschließenden The Catacombs brillieren neben Ben Duerr auch die beiden hochkarätigen Feature-Gäste. Von der Synergie und Harmonie, die dadurch erzeugt wird, überzeugt man sich am besten selbst.
The Mad Tyrant's Betrayal strotzt wieder vor Tragik - bis zum Refrain wird hier Vollgas gegeben und auf 170 beschleunigt, bis man mit einem einzigen gigantisch bösen Bassdrop eine Vollbremsung hinlegt und den - ich muss es erneut betonen - vor Tragik geradezu triefenden Refrain hinballert. Wer hier noch nicht völlig hin und weg ist, dem kann man nicht helfen. Oder doch? Wer von dem Refrain und dem sich anschließenden Spoken-Part, dem Orchester oder dem Gitarrensolo nicht überzeugt ist, der mag es vielleicht etwas hasserfüllter? Steht mehr auf Blastbeats?
The Gathering of All könnte da weiterhelfen! Spätestens beim Gastbeitrag der russischen Tötungsmaschine Aleksandr Shikolai beginnt nämlich sogar die Mauer in meinem Kopf, zu bröckeln. Und das ist ein Ereignis von Bedeutung, versteckt sie doch meine schlimmsten Gedanken vor mir. Mittlerweile versteckt sich dort wahrscheinlich auch die Akte "Shadow of Intent machen kein 3. Album", denn das möchte ich nicht erleben.
The Heretic Prevails ist wieder sehr technisch und melodisch, glänzt mit einer großen Portion "Drive" während der Strophen und einer Spannung erzeugenden Songstruktur - großartig umgesetzt. Und diese lässigen Bassdrops, genial. Im Anschluss folgt das - meiner Meinung nach - absolute Glanzstück der Platte. The Prophet's Beckoning bringt einen Refrain mit sich, wie ich ihn im Deathcore überhaupt noch nie und selbst im Metalcore seit Jahren nicht mehr gehört habe. Emotional, man möchte fast von ergreifend sprechen, wird hier (wie in jedem Song übrigens) ein auf der Halo-Spielereihe basierendes Kapitel Geschichte erzählt. Und man möchte mitbrüllen. Man möchte in der ersten Reihe vor Ben Duerr stehen und ihm "MY BROTHERS HAVE FORSAKEN ME" ins Gesicht schreien. Allein bei den ersten Tönen der Gitarre erfüllt mich eine Sehnsucht, wie ich sie sonst nur bei Journeys Don't Stop Believing verspüre. Grandios unterstützt von Synthesizer und Slam-Gitarrenparts sprudeln die Strophen aus den Boxen. Man will nicht mehr aufhören.
The Forsaken Effigy verblasst zuerst, leider, und das ist ungerecht - als Folgetrack von The Prophet's Beckoning musste es diese Rolle leider übernehmen. Nach dem dritten Durchgang konnte ich allerdings eine Zeit lang nicht aufhören, auch diesen Song ununterbrochen auf Repeat zu hören. Lasst euch also nicht täuschen, nehmt euch die Zeit für die Effigy - ihr werdet es nicht bereuen, versprochen! The Great Schism ist ein technisch einwandfreies Instrumental, das jeden Gitarrenliebhaber erfreuen wird. Hat man nichts an Instrumentals (warum auch immer), skippt man einfach und gut ist. The Mausoleum of Liars versprüht wieder eine spannende Epik und wartet erneut mit Blastbeats, Spoken-Words und Doubletimegrowls auf. Das macht Spaß und ebnet den Weg würdig für The Tartarus Impalement. Meiner Meinung nach das zweite große Highlight auf dieser Platte voller Meisterwerke - und deshalb sag ich dazu nichts. Nehmt euch die 8 Minuten Zeit, macht es euch bequem - und genießt dieses Meisterwerk.
Ich halte es für unwahrscheinlichst, dass ich diese Aussage werde korrigieren müssen: das Deathcore-Album des Jahres. Und auch das Deathcore-Album des letzten (und wahrscheinlich auch des kommenden) Jahres. Anspieltipps: 1-12
Rating: a solid 5/7 (for the meme), 10/10.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen