Sonntag, 4. Juni 2017

Callejon - Utopia (Single)


Band: Callejon
Album: Fandigo
Genre: Metalcore / Electro
Release: 28.07.2017
Herkunft: GER

Lasst uns kurz über Callejon sprechen - die gibt es schon 'ne ganze Weile, 15 Jahre mittlerweile - und wie das mit Zeit eben so ist - Menschen verändern sich, Interessen verändern sich, Stile verändern sich, Musik verändert sich. Das haben wir gerade in den letzten Monaten mehrere Male eindrucksvoll bewiesen bekommen, ich werfe an dieser Stelle mal Suicide Silence, Linkin Park und, ganz aktuell, Hundredth in den Raum. Wie mit drastischen Veränderungen umgegangen wird, ist recht schnell beschrieben - mit Hass. In erster Linie steht dabei jedoch nicht die neue Richtung, die neue Kunst im Blickfeld, sondern die Veränderung an sich. Diesen Punkt würde ich jedoch hier, genau wie bei Suicide Silence, gerne außeracht lassen und mich rein auf das Kunstprojekt beschränken, welches da heißt: Utopia.

Utopia beginnt wunderbar verträumt mit einigen glockenartigen Klängen, zu denen sich gleich darauf ein schmackhafter Synthesizer und einer der (meiner Meinung nach) besten (Ex?-)Brüllaffen des deutschsprachigen Raums hinzugesellt. Ex? Ja, möglicherweise. Denn Screams, Growls, Grunts oder Brees finden sich hier - null. Genau gar nicht. Dafür, und diese Aussage hat Gewicht, verehrte Damen und Herren, präsentieren Callejon hier einen der catchygsten (no comment) Refrains, die sie uns jemals geliefert haben - und bei dieser Band bedeutet das eine ganze Menge. Ich beispielsweise bekomme den Refrain von Raketen oder Unter Tage nämlich bis heute nicht aus dem Kopf, und auch Spiel mir das Lied vom Leben hat bei mir seine Spuren hinterlassen. Von Disneyland on fire und Kind im Nebel mal ganz abgesehen... oh, ich schweife ab.

Nein, ehrlich - Utopia ist ein wunderbarer Song. Entfernt erinnert fühle ich mich an BMTHs letztes Album That's The Spirit, das einen ähnlich drastischen Stilwechsel mit sich brachte (der meiner Meinung nach ebenso erfrischend und angenehm anzuhören war!). Ich bin gespannt, was der Rest des Albums uns bieten wird - und in welche Genre-Kiste die Band damit wohl geworfen wird.

An dem Lied ob der Stiländerung rum zu nörgeln, ist - tschuldigung - zurückgeblieben. Die Produktion knallt, die Intrumente kommen alle entsprechend und satt zur Geltung (vor allem die Drums sind wieder mal meisterlich!), die Vocals sind großartig und machen Bock auf ein Live-Erlebnis. Obwohl man hier hart vom bekannten Weg abkommt, spürt der offene und interessierte Hörer: die Band scheint sich selbst gefunden zu haben. Es steckt eine Leidenschaft, ein "Funke" in diesem Song, der mir auf dem letzten Album einfach nicht mehr so präsent erschien. Einziger und äußerst subjektiver Kritikpunkt meinerseits - die englischen Parts. Nicht, dass ich einem englischsprachigen Callejon-Song gegenüber abgeneigt wäre, aber bitte - entweder oder.

Rating: 8/10!

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